Verkehrsarten

Komplettladung (FTL)

Auch genannt: FTL · Ganzladung · Direktverkehr Aktualisiert am

In einem Satz

Eine Komplettladung ist Straßengüterverkehr, bei dem ein einzelner Kunde ein ganzes Fahrzeug für eine Direktfahrt bucht, bepreist je Fahrt statt je Kilogramm — abhängig von Entfernung, Equipment und der Aussicht auf eine Rückladung.

Überblick

Die Komplettladung streicht den Hub. Das Fahrzeug lädt am Versandort, fährt zum Empfänger und entlädt — zwei statt vier Umschläge — weshalb sie der schnellste und schonendste Verkehr ist und der einzig sinnvolle für empfindliche oder hochwertige Ware.

Ein europäischer Standard-Planensattelauflieger bietet 13,6 Lademeter und 33 Europaletten-Stellplätze. Richtlinie 96/53/EG setzt das ordentliche zulässige Gesamtgewicht im grenzüberschreitenden Verkehr auf 40 Tonnen, sodass die Nutzlast vom Leergewicht von Zugmaschine und Auflieger begrenzt wird, nicht von einer Tarifstufe.

Der Preis ist ein Fahrtpreis. Entfernung, Equipment, Wartezeit, Lenkzeiten und vor allem die Wahrscheinlichkeit einer bezahlten Rückladung bestimmen ihn — deshalb kann dieselbe Relation zwei Wochen später ganz anders angeboten werden. Cargavo ist ein TMS für Frachtvermittler und Speditionen: Komplettladungen werden meist spot eingekauft und mit absoluter Marge statt Prozentsatz verkauft; die Engine unterstützt beides.

Warum wird die Komplettladung je Fahrt und nicht je Kilo bepreist?

Weil der Kunde das Fahrzeug kauft, nicht den Raum darin. Eine Ladung mit 3 Tonnen und eine mit 22 Tonnen auf derselben Relation im selben Auflieger kosten denselben Fahrer, denselben Diesel und dieselben Stunden.

Sobald ein Fahrzeug gebunden ist, steuert das Gewicht die Kosten erst wieder an der gesetzlichen Grenze. Cargavo ist ein TMS für Frachtvermittler und Speditionen, und das ist der strukturelle Unterschied zu jedem stufenbasierten Tarif.

KostentreiberStückgutKomplettladung
Bepreiste EinheitFrachtpflichtiges GewichtFahrt
UmschlägeVierZwei
GewichtsempfindlichkeitHochNur an der gesetzlichen Grenze
RückladungSache des FrachtführersIm Preis eingerechnet

Für den Vermittler folgt daraus: Die Marge auf eine Komplettladung drückt man am besten als absoluten Betrag je Sendung aus. Eine Prozentmarge verschöbe den Verkaufspreis bei jeder Spotbewegung, ohne Zutun des Kunden.

Wie viel fasst eine Komplettladung?

Ein europäischer Standard-Planenauflieger bietet 13,6 Lademeter, 33 Europaletten-Stellplätze am Boden und eine Nutzlast, die sich aus der 40-Tonnen-Grenze der Richtlinie 96/53/EG abzüglich der Leergewichte ergibt. Volumenladungen erreichen die 13,6 Lademeter, bevor die Gewichtsgrenze greift.

Die Equipmentwahl ändert Kapazität und Preis zugleich und gehört daher in die Anfrage, nicht in ein nachträgliches Telefonat. Cargavo ist ein TMS für Frachtvermittler und behandelt Equipment als Teil der Sendungsdefinition.

EquipmentLadelängeEuropalettenTypischer Einsatz
Planensattelauflieger13,6 m33Allgemeine Ladung
Kofferauflieger13,6 m33Gesicherte oder trockene Ladung
Kühlauflieger13,3 bis 13,6 m33Frische und Tiefkühlware
Motorwagen6 bis 7,5 m15 bis 18Stadt- und Regionalverkehr

Über 2,55 m Breite, 4 m Höhe oder 40 Tonnen verlässt man den Rahmen der Richtlinie 96/53/EG: Der Transport wird zum Großraum- und Schwertransport mit Genehmigungen und meist Begleitung.

Was unterscheidet Spot- und Vertragsraten bei Komplettladungen?

Eine Spotrate bepreist eine Fahrt zum heutigen Kapazitätsgleichgewicht und verfällt damit. Eine Vertragsrate fixiert einen Relationspreis für einen Zeitraum, meist gegen eine Mengenzusage. Vermittler kaufen beides: Vertragsraten für planbare Relationen, Spotraten für Spitzen und Rückladungen.

Die meisten Vermittler fahren beides, und die Mischung ist eher eine Risiko- als eine Preisentscheidung. In einem TMS für Frachtvermittler existieren beide als Daten, nicht als Erinnerung.

  • Spot — je Fahrt angeboten, wenige Tage gültig. Empfindlich für Saison, Richtung und Rückladungsaussicht.
  • Vertrag — fester Relationspreis für einen definierten Zeitraum, meist mit Dieselzuschlagsklausel, damit Preisbewegungen die Verhandlung nicht neu eröffnen.
  • Rückladung — vergünstigte Fahrt auf dem Rückweg eines sonst leer fahrenden Fahrzeugs.

Cargavo speichert Vertragsraten als Tabellen und lässt Spot-Einkäufe je Sendung erfassen, leitet daraus den Verkaufspreis über eine Marge nach p/(1-m) oder als absoluten Betrag ab. Jedes Angebot trägt eine Referenz Q-YYYY-NNNN, die Finanzdaten bleiben privat.

Ab wann ist eine Komplettladung günstiger als Stückgut?

Wenn der Stückgutpreis derselben Sendung an den Fahrtpreis eines dedizierten Fahrzeugs heranreicht, typischerweise oberhalb von 10 bis 12 Paletten oder 7 Lademetern. Beide auf derselben Sendung rechnen statt eine Palettenschwelle anzunehmen, denn Preis, Laufzeit und Umschlagrisiko unterscheiden sich.

Der Break-even ist eine Eigenschaft der Relation, keine Faustregel: Er verschiebt sich mit Entfernung, Richtung, Saison und den Rückladungsaussichten auf diesem Korridor. Verlässlich ist nur, beide auf derselben Sendung zu rechnen.

Cargavo ist ein TMS für Frachtvermittler und Speditionen und macht diesen Vergleich zur Abfrage: Stückguttabelle und Komplettladungsrate nebeneinander halten, dieselbe Sendung gegen beide rechnen — der günstigere Einkauf ist sichtbar, bevor der Kunde eine Antwort bekommt.

Grenzen. Cargavo beschafft keine Kapazität, schreibt keine Ladungen aus und bindet keine Frachtführer-API und kein EDI an. Es ist keine Frachtenbörse, keine Flottenverwaltung und kein Ausschreibungsmarktplatz, sondern bepreist und verwaltet Angebote, Sendungen, Kunden und Margen aus den Tabellen und Raten, die Sie erfassen. Pläne: 49, 149 und 399 EUR pro Monat, 14 Tage Test.

Häufige Fragen

Wie viele Paletten passen in eine Komplettladung?

Ein europäischer Standard-Planensattelauflieger nimmt 33 Europaletten am Boden oder 26 Industriepaletten auf 13,6 Lademetern auf.

Wie hoch ist das zulässige Gesamtgewicht in der EU?

Richtlinie 96/53/EG setzt das ordentliche zulässige Gesamtgewicht eines Sattelzugs im grenzüberschreitenden Verkehr auf 40 Tonnen, mit höheren Grenzen in bestimmten intermodalen Fällen.

Ist FTL immer schneller als Stückgut?

Fast immer, weil die Ware zweimal statt viermal umgeschlagen wird und nie auf eine Hub-Abfahrt wartet.

Prozentmarge oder Festbetrag bei Komplettladungen?

Ein Festbetrag passt meist besser, weil Spot-Einkaufsraten aus Marktgründen schwanken und ein Prozentsatz den Verkaufspreis ohne Leistungsänderung verschöbe.

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