Frachtpreise mehrerer Frachtführer für eine Sendung vergleichen

Geschrieben von Martin Nivel · Gründer von Cargavo Aktualisiert am 12 Min. Lesezeit

Frachtpreise mehrerer Frachtführer zu vergleichen heißt, eine Sendung gegen jede Tarifmatrix zu rechnen, die Sie für diese Relation bereits hinterlegt haben, und je Frachtführer vier Zahlen zu lesen: Einkaufspreis, Verkaufspreis, Marge in Euro und Laufzeit. Kein Frachtführer wird angefragt, nichts wird ausgeschrieben. Gültig ist der Vergleich nur, wenn jede Bemessungsgrundlage — Kilogramm, Paletten oder Lademeter — aus derselben Sendungsbeschreibung abgeleitet wird.

Was heißt Frachtpreisvergleich über mehrere Frachtführer?

Der Frachtpreisvergleich rechnet eine einzelne Sendung gegen jede Tarifmatrix, die die Relation abdeckt, und liefert je Frachtführer eine Zeile. An die Frachtführer geht dabei nichts: Der Rechenkern liest Tarife, die Sie vor Monaten verhandelt haben. Es ist eine Abfrage der eigenen Konditionen, keine Ausschreibung und keine Frachtenbörse.

Im deutschsprachigen Markt meint „Frachtpreise vergleichen" zwei völlig verschiedene Vorgänge, und die Verwechslung kostet viel Zeit. Auf einer Frachtenbörse oder einer Ausschreibungsplattform heißt Vergleich: Sie stellen eine Ladung ein und warten auf Antworten — Minuten bis Stunden, und bei jeder Anfrage ein anderes Ergebnis. Im Kalkulationswerkzeug einer Spedition heißt Vergleich: Die Sendung läuft durch die bereits hinterlegten Frachttarife. Das ist deterministisch und dauert Millisekunden. Dieser Leitfaden behandelt ausschließlich den zweiten Fall.

Mechanisch sind es fünf Schritte, je Frachtführer wiederholt. Zuerst werden die Tarifmatrizen ausgewählt, deren Zonentabelle die Empfänger-PLZ enthält und deren Gültigkeitszeitraum das heutige Datum einschließt. Dann wird die Bemessungsgrundlage dieses Frachtführers aus der Sendung abgeleitet. Danach folgt der Zellenzugriff samt Mindestpreis und Staffelregeln. Anschließend kommen der Dieselzuschlag dieses Frachtführers und die Nebenleistungen hinzu, die die Sendung braucht. Zuletzt greift die Margenregel für diesen Kunden und diese Tarifmatrix.

Übersprungen wird meist Schritt zwei — ausgerechnet der Schritt, der darüber entscheidet, ob der Vergleich überhaupt etwas bedeutet. Drei Frachtführer können für dieselbe Relation drei verschiedene Tarifformen führen: einer rechnet je 100 kg gegen eine Zone, einer je Palettenanzahl gegen eine Zone, einer je Lademeter. Das sind nicht drei Preise für dieselbe Menge, sondern drei Preise für drei Mengen, die alle dieselben sechs Paletten beschreiben. Wer Preisblätter nebeneinanderlegt, statt die Sendung je Frachtführer neu zu rechnen, vergleicht Einheiten und keine Kosten.

Genau deshalb sind Vergleich und Frachtführer-Anbindung dasselbe Thema: Ein Frachtführer nimmt am Vergleich erst teil, wenn sein Tarif in einer Struktur liegt, die der Rechenkern lesen kann. Cargavo, ein TMS für Speditionen und Frachtvermittler, arbeitet ausschließlich so. Den kompletten Ablauf beschreibt die Kategorie Frachtführer-Anbindung, und warum nicht die Verbindung, sondern der Tarif die eigentliche Schnittstelle ist, steht in Frachtführer-Anbindung für Frachtvermittler.

Wie vergleiche ich drei Frachtführer bei derselben Sendung?

Leiten Sie aus einer Sendungsbeschreibung je Frachtführer dessen eigene Bemessungsgrundlage ab und addieren Sie dessen Dieselzuschlag und Nebenleistungen, bevor Sie irgendetwas sortieren. Im Rechenbeispiel unten liegen drei Grundpreise nur 28,80 € auseinander — und die Reihenfolge dreht sich vollständig, sobald Dieselzuschlag und Ladebordwand dazukommen.

Nehmen Sie eine Sendung und drei erfundene Frachtführer — Alpha, Bravo und Charlie. Die Namen sind frei erfunden, die Rechnung ist echt und mit Ihren eigenen Frachttarifen nachbaubar.

Die Sendung: Stuttgart (DE-70329) nach Wien (AT-1100), bei allen drei Frachtführern Zone 3. 6 Europaletten 1,2 × 0,8 m, nicht stapelbar, 3.600 kg brutto, Ladebordwand bei der Zustellung erforderlich. Die Stellfläche beträgt 6 × 0,96 m² = 5,76 m², was bei 2,4 m Ladeflächenbreite 2,4 Lademeter ergibt.

Frachtführer Alpha (weight_zone). Sein Tarif setzt 1 Lademeter mit 1.750 kg an, der LDM-Mindestansatz liegt also bei 2,4 × 1.750 = 4.200 kg und damit über den 3.600 kg brutto. Das frachtpflichtige Gewicht beträgt somit 4.200 kg. Zone 3, Gewichtsstaffel 3.000–4.999 kg zu 13,40 € je 100 kg ergibt 42 × 13,40 € = 562,80 €. Der Rechenkern prüft zusätzlich den nächsten Staffeleinstieg — 5.000 kg zu 11,60 € je 100 kg = 580,00 € — der ist teurer, also bleibt es bei 562,80 €.

Frachtführer Bravo (pallet). Zone 3, 6 Paletten, pauschal 534,00 €. Das Gewicht wird nur gegen die Kappungsgrenze von 800 kg je Palette geprüft; 3.600 ÷ 6 = 600 kg, der Tarif greift also.

Frachtführer Charlie (mpl_bracket). Zone 3, Staffel 2,0–2,9 LDM zu 228,00 € je Lademeter ergibt 2,4 × 228,00 € = 547,20 €. Das Gewicht ist hier überhaupt keine Eingangsgröße.

FrachtführerTarifartBemessungsgrundlageGrundpreisDiesel + LadebordwandEinkauf gesamt
Alphaweight_zone4.200 kg562,80 €33,77 € + 28,00 €624,57 €
Bravopallet6 Paletten534,00 €50,73 € + 35,00 €619,73 €
Charliempl_bracket2,4 LDM547,20 €21,89 € + 22,00 €591,09 €

Die Dieselzuschläge liegen bei 6,0 %, 9,5 % und 4,0 % — jeder Frachtführer indexiert seinen eigenen Dieselfloater. Nach Grundpreis lautet die Reihenfolge Bravo, Charlie, Alpha. Nach Einkauf gesamt lautet sie Charlie, Bravo, Alpha. Bravo hat 35,53 € Vorsprung an einen Zuschlagssatz und einen Ladebordwandpreis verloren. Jeder Vergleich, der beim Preisblatt aufhört, stellt den falschen Frachtführer nach vorn. Cargavo, ein TMS für Speditionen und Frachtvermittler, rechnet die vier Tarifarten aus Arten von Frachttarifen; die Regeln zur Bemessungsgrundlage stehen unter frachtpflichtiges Gewicht, die Indexierung unter Dieselzuschlag.

Ist der günstigste Frachtführer immer der richtige?

Nein. Der Preis ist eine Spalte von sechs. Laufzeit, Restriktionen an der Entladestelle, Kapazität auf der Relation, Schadenhistorie und Rechnungsqualität verändern die tatsächlichen Kosten einer Buchung. Im Rechenbeispiel spart Charlie 33,48 € im Einkauf und kostet zwei zusätzliche Tage Laufzeit.

Frachtführer Charlie ist im Einkauf 33,48 € günstiger als Frachtführer Alpha. Charlie liefert in 4 Tagen, Alpha in 2. Ob dieser Tausch gut ist, entscheiden Fakten, die in der Preisspalte nicht enthalten sind — und die man besser vor dem Vergleich festhält als danach ausdiskutiert.

  • Laufzeit gegen den Termin des Kunden. Zwei Tage Puffer kosten nichts, zwei Tage nach einem Bandstillstand kosten den Kunden. Die Laufzeit ist eine zugesagte Eigenschaft des Tarifs und gehört deshalb neben den Preis in den Vergleich, nicht in das Gedächtnis eines Disponenten.
  • Restriktionen an der Entladestelle. Eine Rampe mit Zeitfenster-Avisierung, eine Baustelle ohne Rampe oder ein Verbot für Fahrzeuge über 12 m schließt Frachtführer unabhängig vom Preis aus. Genau deshalb müssen Ladebordwand, Terminavisierung und eingeschränkte Zufahrt in jeder Tarifmatrix bepreiste Nebenleistungen sein: Ein Frachtführer, der sie nicht erbringt, hat für diese Sendung keinen Preis — und nicht etwa einen günstigen.
  • Kapazität auf der Relation, in Ihrer Richtung. Ein Regionalspediteur, der Richtung Süden am günstigsten ist, fährt in Kalenderwoche 32 vielleicht nichts zurück. Ein günstiger Satz, den Sie nicht buchen können, ist null wert.
  • Schadenhistorie für dieses Gut. Nicht stapelbares, hochwertiges oder bruchempfindliches Stückgut verschiebt die Rangfolge stärker als 30 €.
  • Rechnungsqualität. Ein Frachtführer, der regelmäßig ein anderes frachtpflichtiges Gewicht abrechnet, als seine eigene Tarifmatrix hergibt, macht aus 33 € Ersparnis eine monatliche Rechnungsprüfung.

Die ehrliche Grenze: Kein Kalkulationswerkzeug bewertet einen Frachtführer anhand von Daten, die Sie nie erfasst haben. Ein Frachtpreisvergleich liefert Preis, Bemessungsgrundlage und die im Tarif zugesagte Laufzeit. Zuverlässigkeit ist Ihre eigene Historie. Die nützliche Disziplin ist simpel: Halten Sie fest, warum ein nicht-günstigster Frachtführer gewählt wurde, damit der nächste Kollege die Begründung sieht, statt sie neu herzuleiten. Cargavo, ein TMS für Speditionen und Frachtvermittler mit 2 bis 25 Mitarbeitern, hängt diese Begründung an den Angebotsdatensatz statt an einen E-Mail-Verlauf.

Eine Falle bleibt: Der günstigste Frachtführer gewinnt nicht automatisch den Auftrag, denn der Preis, den Ihr Kunde sieht, ist nicht der Einkaufspreis. Das ist der nächste Abschnitt.

Wie lese ich Einkaufspreis, Verkaufspreis und Marge je Frachtführer?

Lesen Sie je Zeile drei Zahlen und nie weniger: Einkauf gesamt, Verkaufspreis und die Marge in Euro statt in Prozent. Weichen die Margenregeln je Frachtführer ab, ergeben Sortierung nach Einkauf und Sortierung nach Verkauf unterschiedliche — teils exakt entgegengesetzte — Reihenfolgen.

Bleiben wir bei derselben Sendung. Angenommen, die Preiskonfiguration dieses Kunden sieht je Tarifmatrix eine prozentuale Marge vor: 15 % auf Alpha, 18 % auf Bravo, 22 % auf Charlie. Der Verkaufspreis wird mit p ÷ (1 − m) gerechnet — der Formel, die die Marge zu einem echten Anteil am Verkaufspreis macht statt zu einem Aufschlag auf den Einkaufspreis.

FrachtführerEinkauf gesamtMargenregelVerkaufspreisMarge in EuroLaufzeit
Alpha624,57 €15 %734,79 €110,22 €2 Tage
Bravo619,73 €18 %755,77 €136,04 €3 Tage
Charlie591,09 €22 %757,81 €166,72 €4 Tage

Lesen Sie Spalte eins und Spalte vier zusammen. Nach Einkauf: Charlie, Bravo, Alpha. Nach Verkauf: Alpha, Bravo, Charlie — exakt umgekehrt. Der Frachtführer mit dem niedrigsten Einkaufspreis erzeugt das teuerste Angebot, das Ihr Kunde bekommt, und der Frachtführer mit dem höchsten Einkaufspreis erzeugt das günstigste — und ist zugleich der schnellste. Wer nur die Einkaufsspalte liest, bucht den langsamsten Frachtführer und verschickt das teuerste Angebot.

Lesen Sie die Margenspalte anschließend in Euro, nicht in Prozent. Charlie bringt 166,72 € gegen 110,22 € bei Alpha — 56,50 € Unterschied auf einer einzigen Sendung. Das ist der eigentliche Tausch: 23,02 € mehr für den Kunden und zwei Tage länger, im Gegenzug für 56,50 € Deckungsbeitrag. So formuliert ist es eine kaufmännische Entscheidung, die jemand tatsächlich treffen kann.

Die dritte Möglichkeit ist meist die richtige und bleibt unsichtbar, solange niemand sie sucht: Wenden Sie Alphas 15-%-Regel auf Charlies Einkaufspreis an. 591,09 € ÷ 0,85 = 695,40 €, immer noch 104,31 € Marge, und für den Kunden günstiger als jede Zeile der Tabelle. Auseinanderlaufende Margensätze je Frachtführer sind häufig historische Zufälle statt Entscheidungen — und ein Vergleichsbildschirm ist der Ort, an dem sie sichtbar werden. Prozentuale gegen feste Marge behandelt Margenregeln: prozentual oder fest; nachrechnen lässt sich das mit dem Margenrechner für Frachtpreise. In Cargavo werden Margen bei jedem Angebot serverseitig angewendet, damit niemand eine vergisst oder versehentlich den Einkaufspreis anbietet.

Welcher Frachtführer gewinnt bei welcher Sendungsgröße?

Der günstigste Frachtführer wechselt mit Sendungsgröße und Dichte, weil die drei Tarifformen Verschiedenes messen. Palettentarife gewinnen meist leichtes bis mittelschweres Stückgut, Lademeter-Tarife gewinnen bei dichtem Gut, weil sie das Gewicht ignorieren, und Gewichtstarife gewinnen erst, sobald ein Palettentarif an seine Kappungsgrenzen für Gewicht oder Palettenanzahl stößt.

Ein Vergleich auf einer Sendung sagt Ihnen, wer diese Sendung gewinnt. Derselbe Vergleich über die Größenbandbreite sagt Ihnen, wie Sie Ihr Aufkommen steuern — und er ist eine Fünf-Minuten-Übung, die am Tag der Frachtführer-Anlage erledigt sein sollte. Gleiche Relation, gleiche drei erfundene Frachtführer, nur Grundpreise — ohne Dieselzuschlag, ohne Nebenleistungen — damit die Tarifformen sichtbar bleiben.

SendungAlpha (weight_zone)Bravo (pallet)Charlie (mpl_bracket)Günstigster
2 Paletten, 600 kg, 0,8 LDM264,60 €196,00 €198,40 €Bravo
4 Paletten, 1.200 kg, 1,6 LDM425,60 €344,00 €387,20 €Bravo
6 Paletten, 3.600 kg, 2,4 LDM562,80 €534,00 €547,20 €Bravo
6 Paletten, 5.200 kg, 2,4 LDM603,20 €kein Preis547,20 €Charlie
10 Paletten, 6.000 kg, 4,0 LDM812,00 €kein Preis856,00 €Alpha

Drei Wechselpunkte werden sichtbar, und keiner davon ist aus den Preisblättern ablesbar. Bravo gewinnt alles bis zu seinen Grenzen, weil ein Pauschalpreis je Palettenanzahl Gewicht und Volumen gleichermaßen ignoriert. In Zeile vier verschwindet Bravo: 5.200 ÷ 6 = 867 kg je Palette, über der Kappungsgrenze von 800 kg. In Zeile fünf verschwindet er erneut, weil seine Tarifmatrix bei 8 Paletten endet. Charlie ist gewichtsblind, deshalb kosten Zeile drei und Zeile vier exakt dieselben 547,20 € — 1.600 zusätzliche Kilogramm fahren gratis mit, und genau darum gewinnt Lademeter-Preisbildung bei dichtem Stückgut. Alpha zieht erst in Zeile fünf vorbei, wo sein LDM-Mindestansatz von 4,0 × 1.750 = 7.000 kg in der Staffel ab 5.000 kg je Einheit immer noch günstiger ist als 4,0 Lademeter zu 214,00 €.

Das praktische Ergebnis ist ein Satz je Frachtführer: „Bravo unter 800 kg je Palette und bis 8 Paletten, Charlie bei dichtem Gut, Alpha ab 3,5 Lademetern." Dieser Satz ist mehr wert als jeder Einzelvergleich, weil er dem Vertrieb sagt, was zu erwarten ist, bevor der Bildschirm geladen hat. Bei Komplettladungen endet die Übung ohnehin: Oberhalb der letzten Staffel wird frei kalkuliert. Die Lademeter berechnen Sie mit dem Lademeter-Rechner, die Umrechnungsregeln hinter dem Mindestansatz erklärt Lademeter-Preisbildung (LDM) erklärt. Cargavo, ein TMS für Speditionen und Frachtvermittler, rechnet alle drei Tarifformen mit demselben Rechenkern, damit die Zeilen dieser Tabelle vergleichbar bleiben.

Was bedeutet es, wenn ein Frachtführer keinen Preis liefert?

Liefert ein Frachtführer keinen Preis, hat eine konkrete Regel den Zugriff blockiert, und jede Ursache hat eine andere Lösung: Empfangsort nicht in der Zonentabelle, Sendung über einer Kappungsgrenze oder der letzten Staffel, Tarif abgelaufen, oder Gut ausgeschlossen. Eine leere Zelle ist eine Diagnose, kein Fehler.

Ein Vergleich, der Frachtführer stillschweigend weglässt, ist schlechter als kein Vergleich, weil Sie nicht erkennen können, ob ein Frachtführer teuer oder schlicht abwesend ist. Jede Lücke braucht eine Begründung, und es gibt nur fünf häufige.

  1. Relation nicht abgedeckt. Die Empfänger-PLZ steht nicht in der Zonentabelle dieses Frachtführers. Entweder bedient er sie tatsächlich nicht, oder beim Aufbau wurde ein PLZ-Bereich übersehen — Letzteres ist in den ersten Wochen nach der Anlage deutlich häufiger.
  2. Über der letzten Staffel oder einer Kappungsgrenze. Zeile vier und fünf der vorigen Tabelle: ein Palettentarif mit Gewichtsgrenze je Palette und maximaler Palettenanzahl. Fragen Sie den Frachtführer, was oberhalb der Grenze gilt; die Antwort ist meist ein fallweise kalkulierter Satz für die Komplettladung.
  3. Unter einer Untergrenze. Das ist keine Lücke — die Tarifmatrix soll ihren Mindestpreis liefern. Kommt nichts zurück, wurde der Mindestpreis beim Aufbau nie erfasst.
  4. Tarif abgelaufen. Das Ende des Gültigkeitszeitraums liegt in der Vergangenheit. Der gefährlichste Fall ist der, in dem ein System die Zelle nicht leert: Ein abgelaufener Tarif kalkuliert klaglos die Preise des Vorjahres gegen die Kosten des laufenden Jahres.
  5. Gut oder Leistung ausgeschlossen. ADR-Klassen, temperaturgeführte Sendungen oder eine Nebenleistung, die der Frachtführer auf dieser Relation nicht erbringt.

Die Betriebsregel folgt aus der Liste: Bieten Sie aus den Frachtführern an, die einen Preis geliefert haben, und behandeln Sie die Lücken als Arbeitsvorrat statt als Fehlermeldung. Liefert kein Frachtführer einen Preis, wartet trotzdem ein Kunde auf eine Antwort — die Anfrage muss in derselben Pipeline bleiben und von Hand kalkuliert werden, statt zu verschwinden. Diesen Weg beschreibt Angebote ohne hinterlegte Tarifmatrix. Zonentabellen, Kappungsgrenzen, Mindestpreise und Gültigkeitsdaten beim Aufbau sauber zu erfassen verhindert die meisten Lücken von vornherein: siehe Checkliste zur Frachtführer-Anbindung. Cargavo, ein TMS für Speditionen und Frachtvermittler, nimmt eine Angebotsanfrage auch dann an, wenn keine Tarifmatrix die Relation abdeckt — eine nicht abgedeckte Relation bleibt so eine Verkaufschance statt eine unbeantwortete E-Mail.

Was sieht der Kunde beim Frachtführervergleich?

Nur das, was Sie zeigen wollen, und niemals Einkaufspreis oder Marge. Üblich ist ein einzelner Verkaufspreis oder zwei bis drei Servicestufen, beschrieben über Laufzeit und Nebenleistungen statt über Frachtführernamen. Einkaufssätze und Margen bleiben serverseitig und werden nie an das Kundenportal gesendet.

Der Vergleichsbildschirm ist ein Werkzeug der Spedition. Die Kundensicht ist ein anderes Objekt aus derselben Berechnung, und der Unterschied ist architektonisch, nicht kosmetisch: Einkaufspreis, Margenregel und Tarifmatrix liegen in Datensätzen, die ein Kundenkonto überhaupt nicht lesen kann. Eine ausgeblendete Spalte in der Oberfläche ist etwas anderes — sie fällt beim ersten Screenshot oder Export auf.

Drei Darstellungen, jede vertretbar:

  • Ein Preis. Sie wählen den Frachtführer, der Kunde sieht einen einzigen Verkaufspreis. Am einfachsten, am schnellsten angenommen, und Ihr Frachtführerpanel bleibt vertraulich.
  • Servicestufen. Zwei bis drei Varianten, beschrieben als „Zustellung in 2 Werktagen" oder „mit Ladebordwand", jede mit eigenem Verkaufspreis. Der Kunde wählt den Kompromiss, den Sie bereits bewertet haben; die Namen der Frachtführer bleiben Ihre Sache.
  • Namentliche Frachtführer. Gelegentlich von Kunden gefordert, deren eigene Compliance-Regeln zugelassene Frachtführer benennen. In Ordnung, wenn es vertraglich ist — nur ist Ihr Panel damit offengelegt.

Die mittlere Variante ist meist die beste kaufmännische Antwort, weil sie Ihren Vergleich in eine Wahl des Kunden verwandelt, und ein Kunde, der wählt, bucht. Im Rechenbeispiel ist Alpha zu 734,79 € in 2 Tagen neben Charlie zu 757,81 € in 4 Tagen kein sinnvolles Paar — die langsamere Variante wäre teurer. Charlie unter der 15-%-Regel zu 695,40 € neu kalkuliert ergibt ein sauberes Paar: schneller und teurer, oder langsamer und günstiger.

Cargavo, ein TMS für Speditionen und Frachtvermittler mit 2 bis 25 Mitarbeitern, führt den Vergleich aus Tarifmatrizen, die Sie selbst als Excel oder CSV erfassen — weight_zone, pallet, mpl_bracket und hybrid_weight — ohne Frachtführer-API und ohne EDI. Es ist keine Frachtenbörse, kein Ausschreibungsmarktplatz und kein Dispositionssystem: Verglichen werden die Frachtführer, deren Tarife Sie halten. Kunden erhalten als Sofortangebot ausschließlich den Verkaufspreis, in einem Portal unter Ihrer Marke, in Deutsch, Englisch, Französisch oder Spanisch, kalkuliert in EUR, USD, GBP, CHF, CAD, MAD oder PLN — und aus einem angenommenen Angebot (Q-YYYY-NNNN) wird eine nachverfolgte Sendung (S-YYYY-NNNN). Die Pläne heißen Starter 49 €/Monat, Growth 149 €/Monat und Scale 399 €/Monat, jährliche Zahlung entspricht rund zwei Freimonaten, 14 Tage kostenloser Test ohne Kreditkarte — Details auf der Preisseite. Das Vertraulichkeitsmodell erklärt Preis zeigen, ohne den Einkaufspreis preiszugeben.

Häufige Fragen

Wie vergleichen Speditionen die Preise mehrerer Frachtführer?

Eine Spedition rechnet dieselbe Sendung gegen jede Tarifmatrix, die die Relation abdeckt, und stellt Einkauf gesamt, Verkaufspreis, Marge und Laufzeit in einer Tabelle nebeneinander. Jeder Frachtführer wird auf seiner eigenen Bemessungsgrundlage gerechnet — Kilogramm, Palettenanzahl oder Lademeter — weil drei Tarife für eine Relation die Sendung selten gleich messen. Während des Vergleichs wird kein Frachtführer kontaktiert.

Ist der günstigste Frachtführer immer die beste Wahl?

Nein. Laufzeit, Restriktionen an der Entladestelle wie Ladebordwand oder Zeitfenster-Avisierung, Kapazität auf der Relation, Schadenhistorie und Rechnungsqualität verändern die tatsächlichen Kosten einer Buchung. Eine Ersparnis von 30 € im Einkauf ist bei der ersten Annahmeverweigerung mit Zweitanfahrt aufgebraucht. Der Preis ist eine Spalte von sechs.

Warum berechnen zwei Frachtführer für dieselben Paletten unterschiedliche Preise?

Weil sie unterschiedliche Mengen berechnen. Ein Gewichtstarif berechnet ein frachtpflichtiges Gewicht, das ein Lademeter-Mindestansatz anheben kann, ein Palettentarif berechnet einen Pauschalpreis je Palettenanzahl, und ein Lademeter-Tarif ignoriert das Gewicht vollständig. Zusätzlich sind Dieselzuschlag und Preise für Nebenleistungen wie die Ladebordwand je Frachtführer festgelegt, sodass zwei ähnliche Grundpreise weit auseinanderliegen können.

Kann ich Frachttarife ohne Schnittstelle oder EDI vergleichen?

Ja, und die meisten Speditionen im Landverkehr tun genau das. Ein verhandelter Tarif ist ein Vertragsdokument mit fester Laufzeit, deshalb liefert seine Hinterlegung als strukturierte Tarifmatrix dieselben Zahlen, die der Frachtführer später abrechnet. Cargavo vergleicht ausschließlich aus erfassten Tarifmatrizen und hat weder Frachtführer-API noch EDI-Anbindung.

Sieht mein Kunde, welche Frachtführer ich verglichen habe?

Nur wenn Sie es zeigen. Die meisten Speditionen präsentieren einen einzigen Verkaufspreis oder zwei bis drei Servicestufen, beschrieben über Laufzeit und Nebenleistungen statt über Frachtführernamen. In Cargavo liegen Einkaufspreis, Margenregel und Tarifmatrix dort, wo ein Kundenkonto sie nicht lesen kann, und werden vom Portal nie ausgeliefert.

Wie viele Frachtführer sollte ich pro Relation hinterlegen?

Genug, um die Größenbandbreite abzudecken, statt eine feste Zahl. Zwei bis drei Tarife unterschiedlicher Form — ein Palettentarif, ein Gewichtstarif, ein Lademeter-Tarif — decken eine Relation in der Regel besser ab als fünf Tarife derselben Form, weil jede Form ein anderes Gewichts- und Dichteband gewinnt.

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