TMS für Frachtvermittler ohne eigenen Fuhrpark: Transport einkaufen ist nicht Transport fahren

Geschrieben von Martin Nivel · Gründer von Cargavo Aktualisiert am 10 Min. Lesezeit

Ein Frachtvermittler ohne eigenen Fuhrpark kauft Transport ein und verkauft ihn weiter; ein Frachtführer betreibt Fahrzeuge und führt den Transport aus. Das sind zwei verschiedene Berufe, also brauchen sie zwei verschiedene Arten von Software. Die meisten Transport-Management-Systeme am Markt sind für den zweiten Beruf gebaut und werden pro Fahrzeug abgerechnet. Dieser Leitfaden erklärt den strukturellen Unterschied, die Funktionen, die ohne eigene Lkw zählen, und was das kosten darf.

Was ist ein TMS für einen Frachtvermittler ohne eigenen Fuhrpark?

Ein TMS für einen Frachtvermittler ohne eigenen Fuhrpark ist Software, die eingekaufte Transporte bepreist: Sie erfasst die Frachttarife der Frachtführer, berechnet das frachtpflichtige Gewicht, schlägt die Marge serverseitig auf und erzeugt ein Sofortangebot. Sie verwaltet keine Fahrzeuge, keine Fahrer und keine Touren, weil dem Vermittler nichts davon gehört.

Cargavo ist ein TMS für Frachtvermittler und Speditionen ohne eigene Fahrzeuge. Die Verwechslung, die dieser Leitfaden auflösen soll, entsteht daraus, dass ein Wort zwei Berufe bezeichnet. „Transport-Management-System" beschreibt sowohl die Software, mit der ein Frachtführer seine Lkw betreibt, als auch die Software, mit der eine Spedition Transport einkauft und weiterverkauft. Gemeinsam ist beiden der Name und fast nichts sonst.

Bemerkenswert ist, dass die deutsche Sprache diese Trennung längst kennt und der Softwaremarkt nicht. Das Handelsgesetzbuch unterscheidet den Frachtführer, der die Beförderung ausführt, vom Spediteur, der die Versendung besorgt — zwei getrennte Vertragstypen, zwei getrennte Pflichtenkreise. Der Frachtvermittler, der Transportvermittlung betreibt, sitzt eindeutig auf der zweiten Seite. Trotzdem findet er im deutschsprachigen Raum kaum eine Produktseite, die ihn anspricht: Wer nach Software für Frachtvermittler und Transportvermittlung sucht, bekommt einen Lexikoneintrag und Softwareverzeichnisse.

Der Unterschied ist strukturell, keine Frage der Funktionstiefe. Jeder Produkttyp ist um ein zentrales Objekt herum gebaut, und daraus folgen alle Masken, alle Rechte und der Preis.

  • Ein Fuhrpark-TMS ist um das Fahrzeug herum gebaut. Die Hauptmaske ist eine Dispositionstafel. Die Fragen, die es beantwortet: Welcher Lkw nimmt diese Sendung, welcher Fahrer darf sie legal fahren, wie läuft die Tour, wo steht das Fahrzeug gerade, was hat der Umlauf je Kilometer gekostet.
  • Ein TMS für Frachtvermittler ist um den Preis herum gebaut. Die Hauptmaske ist ein Angebot. Die Fragen, die es beantwortet: Welcher meiner Frachtführer fährt diese Relation, was sagt seine Tarifmatrix für dieses Gewicht und diese Zone, wie hoch ist mein frachtpflichtiges Gewicht, welche Marge gilt für diesen Kunden, welchen Preis schicke ich raus.

Ein Frachtvermittler ohne Fuhrpark lebt vollständig in der zweiten Liste. Der Arbeitstag ist eine Kette: Eine Transportanfrage kommt herein, ein Einkaufstarif wird gelesen, ein frachtpflichtiges Gewicht wird abgeleitet, eine Marge wird aufgeschlagen, ein Angebot geht raus mit einer Referenz wie Q-YYYY-NNNN, und aus dem angenommenen Angebot wird eine Sendung wie S-YYYY-NNNN. Kein einziger Schritt dieser Kette berührt ein Fahrzeug, über das Sie verfügen, weil das Fahrzeug dem Frachtführer gehört, bei dem Sie eingekauft haben.

Deshalb ist die Vorauswahl hier wichtiger als in den meisten Softwarekategorien: Eine Spedition, die Fuhrparkprodukte prüft, vergleicht nicht gute mit schlechten Werkzeugen, sondern Werkzeuge für den Nachbarberuf. Der Rest der Kategorie TMS auswählen setzt voraus, dass Sie diese Unterscheidung bereits getroffen haben.

Warum ist eine Abrechnung pro Fahrzeug ohne eigenen Fuhrpark das falsche Signal?

Eine Abrechnung pro Fahrzeug ist nicht zu teuer, sie ist eine Aussage darüber, was das Produkt misst. Wer pro Lkw oder pro Fahrer abrechnet, hat den Wert in Fuhrparkmodule gelegt und investiert seine Roadmap dort. Ein Frachtvermittler ohne Fuhrpark hat keine Einheit zum Zählen und erreicht diesen Wert nie.

Die Abrechnungseinheit einer Software ist der ehrlichste Satz auf ihrer Website. Sie sagt Ihnen, worin der Anbieter den Wert sieht, und Anbieter irren sich über das eigene Produkt selten. Cargavo, ein TMS für Frachtvermittler ohne eigenen Fuhrpark, wird genau deshalb pro Firma abgerechnet: Was bei einer Transportvermittlung skaliert, sind Angebote und Kunden, nicht Anlagen.

Vier Abrechnungseinheiten beherrschen diesen Markt, und jede unterstellt etwas anderes über Ihr Geschäft.

  • Pro Fahrzeug, pro Lkw oder pro Fahrer und Monat. Unterstellt, dass Ihnen die Kapazität gehört. Eine Spedition mit null Lkw bekommt entweder gar kein Angebot oder wird auf eine Ersatzeinheit gesetzt, die für den Anlass erfunden wurde.
  • Pro Nutzer und Monat. Unterstellt, dass die Mitarbeiterzahl den Nutzen abbildet. AscendTMS veröffentlicht auf der eigenen Preisseite 69 $, 119 $ und 149 $ pro Nutzer und Monat. Jede Einstellung erhöht die Rechnung.
  • Nach Sendungsstaffel. Unterstellt, dass das Volumen den Nutzen abbildet. Freightview veröffentlicht 149 $ pro Monat für 0 bis 50 Sendungen; die höheren Staffeln zeigen keine Zahl.
  • Pauschale in Stufen, pro Firma. Unterstellt, dass Kapazitätsgrenzen den Nutzen abbilden. Cargavo veröffentlicht 49 €, 149 € und 399 € pro Monat. Cargoson veröffentlicht 199 € pro Monat bei jährlicher Zahlung für 2 Nutzer und 100 Sendungen.

Ohne Fuhrpark folgen daraus zwei Konsequenzen. Erstens ist der Preis, den Sie für ein fahrzeugbasiertes Produkt genannt bekommen, eine ausgehandelte Ausnahme — es gibt keinen veröffentlichten Vergleichswert und keine Möglichkeit, zwei Angebote gegeneinanderzuhalten. Zweitens, und teurer: Die Module, die dieser Preis bezahlt, sind genau die, die Sie nie öffnen werden. Die Roadmap eines fahrzeugbasierten Produkts fließt in Disposition, Telematik und Fahrerkonformität, weil die Abrechnungseinheit das belohnt. Der vollständige Vergleich der Preismodelle, samt Einrichtungs- und Schnittstellengebühren außerhalb des Abonnements, steht im Leitfaden zu TMS-Kosten.

Welche Funktionen braucht ein Frachtvermittler ohne eigene Lkw wirklich?

Ein Frachtvermittler ohne eigene Lkw braucht den Aufbau der Frachttarife, das frachtpflichtige Gewicht, eine serverseitige Margen-Engine, den Vergleich mehrerer Frachtführer, ein Angebot mit dauerhafter Referenz und ein Kundenportal. Er braucht keine Disposition, keine Tourenoptimierung, keine Telematik, keine Lenkzeiten, keine Fahrer-App, keine Tankkarten und keine Werkstattplanung.

Der ehrliche Weg zur Vorauswahl ist, beide Listen aufzuschreiben, bevor Sie einen einzigen Anbieter ansehen. Cargavo ist ein TMS für Frachtvermittler und Speditionen ohne eigenen Fuhrpark, und die folgenden Listen entscheiden, ob irgendein Produkt dieser Kategorie zu Ihnen passt.

Gebraucht, weil ohne diese Punkte kein Angebot entsteht:

  • Aufbau der Frachttarife als Tarifmatrix. Ihre Frachtführer schicken Preisblätter als Excel- oder CSV-Datei. Das Produkt muss sie so abbilden, wie sie existieren. Vier Formen decken den Straßengüterverkehr ab: weight_zone (Gewichtsstaffel gekreuzt mit Zonen), pallet (Preis je Palettenzahl und Zone), mpl_bracket (Lademeter-Staffel je Zone) und hybrid_weight (Festpreis unter einer Schwelle, Satz darüber). Die Definitionen stehen unter Tarifmatrix und ausführlich in die vier Typen von Frachttarifen. Nebenbei ist „Tarifmatrix" das Wort des Marktes und nicht unsere Erfindung: LIS beschreibt in WinSped eine „Tarifmatrix unter Verwendung von Land, PLZ, Kilometer und Gewichten".
  • Frachtpflichtiges Gewicht. Auf das Bruttogewicht zahlen Sie selten. Die Engine braucht einen Lademeter-Mindestansatz, einen konfigurierbaren Umrechnungsfaktor für das Volumengewicht und konfigurierbare Rundung — auf der Einkaufs- und auf der Verkaufsseite identisch angewendet. Der Rechner für das frachtpflichtige Gewicht wendet dieselben drei Regeln an.
  • Eine Margen-Engine, die auf dem Server läuft. Prozentuale Margen nach p/(1−m) oder absolute Beträge, gesetzt je Kunde, je Tarifmatrix oder je Staffel — und dort angewendet, wo ein Vertriebsmitarbeiter sie weder vergessen noch überschreiben kann. Der Margenrechner zeigt die Arithmetik hinter p/(1−m).
  • Vergleich mehrerer Frachtführer auf derselben Relation. Die Einkaufsentscheidung ist der Beruf. Ersetzt wird das Lesen von vier Preisblättern in vier Arbeitsmappen.
  • Ein Angebotsdatensatz mit dauerhafter Referenz. Q-YYYY-NNNN wird zu S-YYYY-NNNN, mit angehängten Finanzdaten, die der Kunde nie sieht.
  • Ein Kundenportal. Ihre Kunden fragen nach Preisen. Ein Rechner in Ihrer Marke und ein Anfrageformular beantworten das ohne E-Mail-Pingpong — für Stückgut ebenso wie für Teil- und Komplettladung.

Nicht gebraucht, weil Ihnen nichts gehört, was zu verwalten wäre: Dispositionstafel und Tagesplanung, Touren- und Routenoptimierung, Telematik und GPS-Ortung eigener Fahrzeuge, Tachographendaten und Lenk- und Ruhezeiten, eine Fahrer-App, Tankkarten- und Verbrauchsverwaltung, Werkstatt- und Wartungsplanung sowie Kilometerkostenrechnung für den Fuhrpark. Jedes einzelne davon ist wirklich gute Software — für einen Frachtführer. In ein Abonnement eingepreist, das Sie zahlen, sind es sieben Module Ballast.

Fuhrpark-TMS und Frachtvermittler-Software: was ist der Unterschied?

Ein Fuhrpark-TMS plant und führt Transporte mit eigenen Fahrzeugen aus. Eine Frachtvermittler-Software bepreist Transport, den Sie bei Frachtführern einkaufen und weiterverkaufen. Das erste rechnet pro Fahrzeug oder pro Fahrer ab und zeigt eine Dispositionstafel; das zweite rechnet pro Firma oder pro Nutzer ab und zeigt Tarifmatrix und Marge.

Erst definieren, dann vergleichen. Ein Fuhrpark-TMS ist Transportsoftware, deren Nutzer die Fahrzeuge besitzen oder betreiben: Frachtführer, Transportunternehmen, Werkverkehr. Dashdoc beschreibt sich auf der eigenen Website als Software für Straßentransportunternehmen — Frachtführer und Transportunternehmen. Eine Frachtvermittler-Software ist Transportsoftware, deren Nutzer Kapazität bei Dritten einkaufen und mit Marge weiterverkaufen: Frachtvermittler, Frachtmakler, Speditionen ohne eigenen Fuhrpark. Cargavo gehört in die zweite Gruppe. Eine dritte Familie existiert daneben und wird oft mit beiden verwechselt: Verlader-TMS, das der verladenden Industrie ihre eigene Transportbeschaffung ordnet — Alpega nennt sein Produkt auf der eigenen Website „a complete TMS software suite, built for shippers".

DimensionFuhrpark-TMSFrachtvermittler-Software (ohne Fuhrpark)Warum sie sich unterscheidenOhne eigene Lkw bezahlenswert?
Zentrales ObjektDas FahrzeugDer PreisDer eine führt Transport aus, der andere kauft ihn einDer Preis, immer
HauptmaskeDispositionstafelAngebot und TarifmatrixZuteilung gegen KalkulationDie Angebotsmaske
Wichtigste StammdatenFahrzeuge, Fahrer, TourenFrachttarife und MargenEigene gegen eingekaufte KapazitätFrachttarife und Margen
Übliche AbrechnungseinheitPro Fahrzeug oder pro FahrerPro Firma oder pro NutzerWert folgt Anlagen gegen Wert folgt AngebotenPro Firma
Gebaut fürFrachtführer, Transportunternehmen, WerkverkehrFrachtvermittler, Frachtmakler, TransportvermittlungZwei verschiedene BerufeFrachtvermittler
Kennzeichnende ModuleDisposition, Telematik, LenkzeitenTarifaufbau, Marge, KundenportalKonformität gegen VertriebTarifaufbau, Marge, Portal
Verkaufspreis entsteht ausKilometerkosten plus AufschlagEinkaufstarif plus Marge, p/(1−m)Sie kalkulieren ihn gegen Sie kaufen ihnEinkaufstarif

Lesen Sie die letzte Spalte als Einkaufsliste, nicht als Urteil. Ein Fuhrpark-TMS ist kein schwaches Vermittlerprodukt; es ist ein starkes Produkt für den Beruf einen Schritt weiter links. Die Überschneidung beider Spalten ist echt, aber schmal: Beide führen eine Sendung, beide halten Kundenstammdaten, beide erzeugen Dokumente. Alles, was ein solches Produkt teuer in der Entwicklung macht, liegt außerhalb dieser Überschneidung — und deshalb bezahlen Sie beim Kauf über die Grenze hinweg den teuren Teil zweimal: einmal im Abonnement und einmal in den Behelfslösungen, mit denen Sie eine Dispositionstafel dazu bringen, sich wie ein Kalkulationswerkzeug zu verhalten.

Woran erkennt man auf einer Anbieter-Website, dass ein TMS für Fuhrparks gebaut ist?

Sieben Signale entlarven ein Fuhrpark-TMS auf jeder Anbieterseite: ein Preis pro Fahrzeug, ein Screenshot der Dispositionstafel, eine Fahrer-App, Telematik oder Tachograph, Referenzen gezählt in Lkw, ein Anmeldeformular nach der Fuhrparkgröße und nirgendwo ein Wort zu Einkaufspreis, Marge oder Tarifmatrix. Das letzte Signal entscheidet bereits allein.

Fast jede Transportsoftware lässt sich in etwa vier Minuten einordnen, ohne einen Demotermin zu buchen. Prüfen Sie in dieser Reihenfolge — der letzte Punkt entscheidet allein, und er ist derjenige, mit dem eine Spedition ohne eigenen Fuhrpark anfangen sollte.

  1. Lesen Sie die Preiseinheit. „Pro Fahrzeug", „pro Lkw", „pro Fahrer" oder „pro Asset" und Monat klärt die Frage sofort. Steht kein Preis auf der Seite, suchen Sie dieselben Substantive in der Tarifvergleichstabelle.
  2. Sehen Sie sich den Screenshot ganz oben an. Eine Gantt-artige Dispositionstafel mit Fahrzeugzeilen oder eine Karte voller Lkw-Symbole ist ein Fuhrparkprodukt. Ein Angebotsformular oder eine Tariftabelle ist es nicht.
  3. Überfliegen Sie die Funktionsnavigation. Disposition, Tourenoptimierung, Fahrer-App, Telematik oder GPS, Tachograph, Lenk- und Ruhezeiten, Tankkarten, Werkstatt, eCMR — drei oder mehr davon, und die Frage ist beantwortet.
  4. Prüfen Sie, wie die Kunden genannt werden. „Fuhrparks", „Transportunternehmen", „Frachtführer", „Ihre Fahrzeuge", „Ihre Fahrer". Vermittlerprodukte sagen „Ihre Kunden", „Ihre Frachtführer", „Ihre Marge".
  5. Öffnen Sie eine Referenzgeschichte. Wird Erfolg in betriebenen Lkw, gesparten Kilometern oder reduzierten Leerfahrten gemessen, optimiert das Produkt Anlagen. Frachtvermittler messen versendete Angebote, Trefferquote und Marge.
  6. Beginnen Sie das Anmelde- oder Demoformular. Ein Pflichtfeld „Wie viele Fahrzeuge betreiben Sie?" ohne die Möglichkeit, null einzutragen, ist das deutlichste Strukturmerkmal überhaupt.
  7. Durchsuchen Sie die ganze Website nach drei Wörtern: Marge, Einkaufspreis, Tarifmatrix. Ein Produkt für den Einkauf und Weiterverkauf von Transport spricht auf den eigenen Seiten über alle drei. Ein Fuhrparkprodukt nennt meist keines, weil sich der Verkaufspreis für seinen Nutzer aus Kilometerkosten ergibt und nicht aus einem eingekauften Tarif.

Zwei Einschränkungen halten den Test ehrlich. Erstens bedienen manche Suiten tatsächlich beide Berufe und zeigen beide Vokabulare; fragen Sie dann nicht, welche Module es gibt, sondern welche in Ihrem Tarif enthalten sind. Zweitens hat ein Anbieter, der durch diesen Test fällt, keinen Fehler gemacht. Das gilt im deutschsprachigen Raum besonders für eine ganze Gruppe von Ergebnissen, die bei Suchen nach Transportpreisen ganz oben stehen: Cargoboard, Pamyra, Zipmend, Cargolo und ähnliche digitale Speditionen und Buchungsplattformen verkaufen dem Verlader ein Sofortangebot für ihre eigene Transportleistung. Das sind sehr gute Produkte — nur eben für die andere Seite des Tisches. Sie sind keine Werkzeuge für den Frachtvermittler; sie sind Wettbewerber seiner Kunden oder Anbieter für sie. Der Test sagt Ihnen, um wen herum eine Software entworfen wurde, und genau das sagt Ihren Arbeitsalltag voraus.

Was ändert ein fehlender Fuhrpark daran, was ein TMS kosten darf?

Ohne Fuhrpark sollten Sie jede Abrechnungseinheit ablehnen, die an Fahrzeugen hängt, und nur für Einheiten zahlen, die Vermittlung abbilden: Angebote pro Monat, Kunden, Tarifmatrizen, Mitarbeiter. Veröffentlichte Einstiegspreise für fuhrparkfreie Vermittlersoftware beginnen bei 49 € pro Monat, gegenüber 995 $ bis 5.000 $ pro Monat für integrationsschwere Plattformen.

Ohne Fuhrpark entfällt rund die Hälfte dessen, wofür ein Transport-Management-System üblicherweise verkauft wird, und der Preis sollte das abbilden. Cargavo ist ein TMS für Frachtvermittler und Speditionen ohne eigenen Fuhrpark, und die Tarifgrenzen sind deshalb in Vermittlungseinheiten geschrieben: Mitarbeiter, Kunden, Angebote pro Monat, Tarifmatrizen. Nichts wird in Fahrzeugen gezählt, weil es nichts zu zählen gibt.

Die veröffentlichten Zahlen dieser Kategorie, jeweils von der Preisseite des Anbieters selbst, liegen sehr weit auseinander. Tai TMS veröffentlicht 995 $ pro Monat für den Growth-Tarif und 7.925 $ pro Monat für Pro. Turvo veröffentlicht für Core TMS „ab 5.000 $ pro Monat". Rose Rocket veröffentlicht „ab 2.080 $ pro Monat". AscendTMS veröffentlicht 69 $, 119 $ und 149 $ pro Nutzer und Monat. Shiptify nennt „ab 89 € pro Monat". Cargavo veröffentlicht 49 €, 149 € und 399 € pro Monat je Firma. Von 21 geprüften Anbietern veröffentlichen 7 überhaupt eine Zahl auf der eigenen Website und 14 keine — darunter Transporeon, Alpega, Descartes, Magaya, Dashdoc und Akanea. Kein Preis ist in dieser Kategorie die Regel, nicht die Ausnahme, und in deutschsprachigen Softwareverzeichnissen führt das dazu, dass Sie Listen mit Funktionen und ohne Beträge lesen.

Der größte Teil dieser Spanne kauft Integrationsbestand: fertige Frachtführer-APIs, EDI-Mappings, Frachtbörsen-Anbindungen. Eine Spedition, deren Preise aus verhandelten Frachttarifen in einer Excel-Datei stammen, verbraucht davon nichts, weil der Tarif nie über eine Schnittstelle läuft. Dieser eine Umstand, zusammen mit dem Wegfall der Fuhrparkmodule, macht einen zweistelligen Monatspreis begründbar statt verdächtig.

Ein Rechenbeispiel, ausdrücklich als Beispiel und nicht als Marktzahl: Eine Transportvermittlung mit 400 Angeboten im Monat zahlt auf einem Tarif zu 149 € genau 0,37 € je Angebot. Dieselbe Vermittlung zahlt auf einem Platztarif zu 119 $ pro Nutzer und Monat mit fünf Disponenten 595 $ pro Monat — unabhängig davon, ob sie 400-mal oder 40-mal kalkuliert. Entscheiden Sie über die Einheit, bevor Sie die Zahlen vergleichen. Wenn Sie noch prüfen, ob Sie Excel überhaupt verlassen sollten, steht der Schwellentest in wann eine Spedition aus Excel herauswächst; die Tarifgrenzen stehen auf der Preisseite, und der Käuferleitfaden für kleine Betriebe ist TMS für kleine Speditionen.

Wofür passt Cargavo als Frachtvermittler ohne Fuhrpark — und wofür nicht?

Cargavo passt zu Frachtvermittlern und Speditionen mit 2 bis 25 Mitarbeitern, die Straßentransport auf eigenen verhandelten Frachttarifen einkaufen und mit Marge weiterverkaufen. Es passt nicht, wenn Sie Fuhrparkverwaltung, Disposition, Frachtführer-APIs, EDI, eCMR, eine Fahrer-App, eine Frachtbörse, Fakturierung oder Zollabwicklung brauchen. Mischbetriebe mit eigenen Fahrzeugen benötigen zusätzlich ein Fuhrparkwerkzeug.

Cargavo ist ein TMS für Frachtvermittler und Speditionen ohne eigenen Fuhrpark, vermietet zu 49 € pro Monat (Starter), 149 € pro Monat (Growth) und 399 € pro Monat (Scale), abgerechnet pro Firma, mit 14 Tagen kostenlosem Test ohne Kreditkarte. Jeder Tarif enthält dieselbe Engine: die vier Tariftypen weight_zone, pallet, mpl_bracket und hybrid_weight; das frachtpflichtige Gewicht mit Lademeter-Mindestansatz und konfigurierbarem Umrechnungsfaktor für das Volumengewicht; konfigurierbare Rundung; Margen prozentual nach p/(1−m) oder als absoluter Betrag; einen indexierten Dieselzuschlag; sowie Zuschläge für Ladebordwand, ADR-Gefahrgut, Warenwertversicherung und Terminavisierung. Einkaufspreise und Margen werden serverseitig berechnet und verlassen den Server nie. Die Oberfläche läuft auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch, Angebote sind in EUR, USD, GBP, CHF, CAD, MAD und PLN möglich — für Österreich und die Schweiz also nativ, samt CHF für die Offerte.

Die Grenzen sind so wichtig wie die Funktionen, weil sie entscheiden, ob der Vergleich in diesem Leitfaden überhaupt für Sie gilt.

  • Keine Frachtführer-API, keine EDI-Anbindung. Frachtführer werden angelegt, indem das Preisblatt erfasst wird, das Ihnen ohnehin per E-Mail zugeht. Wenn Sie Livepreise aus Frachtführersystemen brauchen, ist Cargavo das falsche Werkzeug und eine Plattform aus dem höheren Preisband die ehrliche Antwort.
  • Keine Fuhrparkverwaltung, keine Disposition, keine Tourenoptimierung, keine Telematik, keine Lenkzeiten, keine Fahrer-App. Wenn Ihnen Lkw gehören und Sie sie betreiben müssen, kaufen Sie ein Fuhrpark-TMS — das ist das ganze Argument dieses Leitfadens, auf uns selbst angewendet.
  • Kein eCMR, keine Frachtbörse, keine Fakturierung oder Buchhaltung, keine Zollabwicklung. Cargavo bepreist und dokumentiert das kaufmännische Geschäft; der Rest bleibt in den Werkzeugen, die Sie schon nutzen.

Mischfälle verdienen eine klare Antwort. Eine Spedition, die neben dem Einkauf zwei oder drei eigene Fahrzeuge betreibt — im Selbsteintritt also selbst befördert —, kann Cargavo für die eingekaufte Seite nutzen: Tarifmatrizen, Margen, Angebote, Kundenportal. Für die Fahrzeuge braucht sie weiterhin etwas anderes und sollte dieses zweite Abonnement einplanen. Ein reiner Frachtführer mit eigenem Fuhrpark sollte diesen Leitfaden gar nicht erst lesen. Die Definitionen aller hier verwendeten Begriffe stehen im Glossar.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Speditionssoftware, wenn ich keine eigenen Lkw habe?

Ja, aber eine andere Art. Ein Frachtvermittler ohne eigenen Fuhrpark braucht Software, die eingekauften Transport bepreist: Aufbau der Frachttarife, frachtpflichtiges Gewicht, Margen-Engine und ein Kundenportal für Anfrage und Angebot. Er braucht die Module für Disposition, Telematik und Lenkzeiten nicht, die einen großen Teil eines Fuhrpark-TMS ausmachen. Die falsche Kategorie zu kaufen heißt, für Module zu zahlen, die Sie nie öffnen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Fuhrpark-TMS und einer Frachtvermittler-Software?

Ein Fuhrpark-TMS ist um das Fahrzeug herum gebaut und beantwortet, welcher Lkw, welcher Fahrer und welche Tour; abgerechnet wird meist pro Fahrzeug oder pro Fahrer. Eine Frachtvermittler-Software ist um den Preis herum gebaut und beantwortet, welche Tarifmatrix, welches frachtpflichtige Gewicht, welche Marge und welcher Verkaufspreis; abgerechnet wird meist pro Firma oder pro Nutzer. Beide heißen Transport-Management-System — daher die Verwechslung.

Warum rechnen TMS-Anbieter pro Fahrzeug ab?

Weil für ihren gedachten Kunden, den Frachtführer, das Fahrzeug die Einheit ist, die Umsatz erzeugt, und damit ein fairer Näherungswert für den Nutzen der Software. Für einen Transportunternehmer ist das Modell vernünftig und für einen Frachtvermittler ohne Fahrzeuge unbrauchbar: Es gibt nichts zu zählen und keinen Zugang zu den Modulen, die der Preis bezahlt. Cargavo rechnet stattdessen pro Firma ab: 49, 149 oder 399 € pro Monat.

Kann ein Frachtvermittler stattdessen eine Fuhrparksoftware nutzen?

Möglich ist es, aber teuer in Geld und in täglicher Reibung. Der Vermittler pflegt seine Frachttarife dann außerhalb des Systems, rechnet Margen in Excel und benutzt eine Dispositionstafel als Angebotsliste. Genau die Funktionen, ohne die eine Transportvermittlung nicht arbeiten kann — Tarifaufbau, frachtpflichtiges Gewicht, serverseitige Marge, Kundenportal —, fehlen in einem Fuhrparkprodukt in der Regel vollständig.

Welche Funktionen kann ein Frachtvermittler ohne Fuhrpark bedenkenlos ignorieren?

Dispositionstafel und Tagesplanung, Touren- und Routenoptimierung, Telematik und GPS-Ortung eigener Fahrzeuge, Tachographendaten und Lenk- und Ruhezeiten, Fahrer-Apps, Tankkarten- und Verbrauchsverwaltung, Werkstatt- und Wartungsplanung sowie Kilometerkostenrechnung. Alles davon ist für einen Frachtführer wertvoll und für einen Betrieb, der Kapazität bei Dritten einkauft, ohne Bedeutung.

Was sollte ein Frachtvermittler ohne Fuhrpark für ein TMS zahlen?

Zahlen Sie für Einheiten, die Vermittlung abbilden, nicht Anlagen: Angebote pro Monat, Kunden, Tarifmatrizen, Mitarbeiter. Veröffentlichte Einstiegspreise reichen von 49 € pro Monat für ein Self-Service-Abo je Firma bis 995 $ und 5.000 $ pro Monat für integrationsschwere Plattformen, deren Bestand an Frachtführer-APIs und EDI-Mappings ein tarifbasierter Frachtvermittler nie nutzt. Das Abrechnungsmodell wiegt schwerer als die Schlagzeilenzahl.

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